Am 27. Februar hat der DOSB seinen Fragenkatalog an die Bewerberstädte Berlin, Hamburg. München und an Nordrhein-Westfalen verschickt. Das Dokument ist aufschlussreich und öffentlich: 260227_DOSB_Olympiabewerbung_Fragenkatalog.pdf
Entfernungskriterium wird nicht eingehalten
NOlympa-Colonia hatte ja schon im November 2025 auf die alten Vorgaben des DOSD bezüglich der Entfernungen vom Olympischen Dorf zu den Wettkampfstätten hingewiesen
https://nolympia-colonia.de/konkrete-kritik-auf-die-bewerbung-von-rhein-ruhr-fuer-die-olympische-spiele-2040-und-2044/
und eine entsprechende Entfernungskarte erstellt
https://nolympia-colonia.de/wp-content/uploads/2026/01/Olympiakarte_Zeit.pdf
Im Fragekapitel 4.1 Reisezeiten hat der DOSB diese Kriterien bestätigt:
„Für eine ideale Wettkampfvorbereitungen sind die bestmöglichen Rahmenbedingungen für Athlet*innen unabdingbar …
In diesem Kriterium wird der prozentuale Anteil der Athlet*innen ermittelt, die im Olympischen/Paralympischen Dorf untergebracht sind. Als im Dorf untergebracht gelten ausschließlich Athlet*innen, deren Reisezeit zur Wettkampfstätte maximal 60 Minuten oder die Entfernung (Luftlinie) maximal 50 Kilometer beträgt (IOC Operational Requirement).“
Wenn man das Ganze vom Olympischen Dorf in Köln-Kreuzfeld betrachtet, halten die Orte Recklinghausen, Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Essen und Oberhausen das Kriterium 60 Min./50 km nicht ein. Selbst Aachen ist grenzwertig. Das sind fast die Hälfte der Austragungsorte von Rhein-Ruhr. D.h. die NRW-Bewerbung kann die Vorgaben des DOSB nicht einhalten. In den alten Kriterien aus dem Jahre 2015 gab es noch die Vorgabe von 30 Minuten vom Olympischen Dorf zu den Trainingsstätten. Die scheint entfallen zu sein. Trotzdem wird dieses Problem entstehen. Wo sollen die Schwimmer*innen (Gelsenkirchen) in der Nähe des Olympischen Dorfes mit einer 50 Meter-Bahn üben?
Zuschauerberechnung für NRW
Im Kapitel 4.3 Eventpotential geht es um eine mögliche Zuschauerberechnung. D.h. welche Einnahmen kann der IOC (und nicht Orte) für die Durchführungskosten hochrechnen:
„Für eine größtmögliche Teilhabe wird die potenzielle Anzahl der Tageszuschauer*innen anhand der Bevölkerungszahl im Umkreis von 300 Kilometern Luftlinie um das Olympische/ Paralympische Dorf im Hauptcluster ermittelt. Dies soll aufzeigen, wie viele Menschen durch einen möglichen Tagestrip potenziell an den Spielen teilhaben könnten.“
Mit der hohen Einwohnerdichte und vor allem den nahen Beneluxländern liegt das Land NRW mit der 300 Kilometer Luftlinie vermutlich besser als Berlin, Hamburg und München. Also ein Pluspunkt.
Nachhaltigkeit
Im Kapitel 5.4 Ökologische Nachhaltigkeit muss Köln auf jeden Fall für die Umnutzung von Kreuzfeld vom nachhaltigen Wohnungsstandort hin zur massiven Bebauung mit Olympischem Dorf und Leichtathletikstadion Minuspunkte bekommen.
Kosten und Finanzierungsfragen
Im Kapitel 6 geht es um die Finanzierung:
„Dabei wird insbesondere die in den Konzepten vorgesehene (anteilige) Kostenträgerschaft des Bundes bei investiven Maßnahmen betrachtet“.
Diese Fragestellung wird zu hektischen Aktivitäten der Bewerberorte führen. Nach unserem Eindruck scheint München hier weit voran zu sein. Mit ihrem Gutachten https://mcube-cluster.de/wp-content/uploads/2025/10/251009_MCube_Olympia_07.pdf
Wie wir aus NRW wissen, sind hier nur wenige Projekte in einem Finanzierungsmodus. Gründe, in den Stadträten Fragen zu stellen.
Jörg Detjen, Roland Schüler

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