Allianz Kölner Sport warnt vor Folgen der geplanten Haushaltskürzungen

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Sportvereine in Köln befürchten Einschnitte bei Angeboten und Projekten. Die Allianz Kölner Sport fordert deshalb, die vorgesehenen Kürzungen im Doppelhaushalt 2027/2028 zurückzunehmen und die Bedeutung des Sports für die Stadtgesellschaft stärker zu berücksichtigen.

Die angespannte Haushaltslage der Stadt Köln könnte auch den organisierten Sport treffen. Die Allianz Kölner Sport fordert die vollständige Rücknahme der geplanten Kürzungen im Sportbereich für die Jahre 2027 und 2028. Nach Ansicht des Zusammenschlusses Kölner Sportvereine stehen dadurch Angebote, Mannschaften und Projekte auf dem Spiel.

„Die geplanten Kürzungen sind ein Frontalangriff auf den Sport in Köln“, erklärt Helmut Schaefer, Vorsitzender des Stadtsportbundes Köln und Sprecher der Allianz. Die vorgesehenen Einsparungen seien zwar vergleichsweise gering, könnten für die betroffenen Vereine und Initiativen aber unmittelbare Auswirkungen haben.

Sportförderung im Verhältnis zum Haushaltsdefizit

Die Stadt Köln rechnet nach Angaben der Allianz für 2027 mit einem Haushaltsdefizit von rund 811,3 Millionen Euro, für 2028 mit etwa 931,4 Millionen Euro. Demgegenüber stünden geplante Einsparungen bei den sportbezogenen Zuschüssen in einer Größenordnung von einer Million Euro.

Schaefer hält diese Kürzungen angesichts der finanziellen Gesamtlage für wenig zielführend. Sie lösten keine strukturellen Haushaltsprobleme, schwächten aber den Sport. Die Allianz verweist dabei auf die gesellschaftliche Funktion von Sportvereinen: Sie böten nicht nur Bewegung und Gesundheitsförderung, sondern schafften auch Begegnungsmöglichkeiten und stärkten den Zusammenhalt zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Generationen.

Zur Untermauerung ihrer Forderung verweist die Allianz auf Zahlen aus dem Haushalt 2024/2025. Demnach hätten die städtischen Beihilfen für Vereinsmitglieder, etwa im Jugend- und Seniorensport, im Vorjahr weniger als 20 Euro pro Mitglied betragen. Dem stellt die Organisation eine deutlich höhere öffentliche Förderung von Opernbesuchen gegenüber. Die Zahlen sollen aus Sicht der Allianz verdeutlichen, dass die Sportförderung im Verhältnis zu anderen Bereichen stärker berücksichtigt werden müsse.

Enttäuschung nach Gesprächen mit der Politik

Auch der Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Kölner Ratsfraktionen Anfang September habe die Sorgen der Sportorganisationen nicht ausgeräumt. Bei dem Treffen am Geißbockheim waren nach Angaben der Allianz Vertreter von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP/KSG, Volt und Die Linke dabei.

Zwar seien die schwierige Haushaltslage und bestehende Probleme zur Sprache gekommen. Eine gemeinsame Vorstellung davon, wie der Sport in Köln künftig gestärkt werden könne, habe die Allianz jedoch vermisst.

Peter Pfeifer von der Allianz Kölner Sport fordert deshalb eine deutlichere politische Schwerpunktsetzung. Wer Sport lediglich als freiwillige Leistung und mögliche Sparposition betrachte, unterschätze dessen Bedeutung für die Stadtgesellschaft.

Die Allianz betont zugleich, dass sie weiterhin zum Dialog bereit sei. Sie wolle gemeinsam mit Politik und Verwaltung Wege finden, den Sport in Köln zu stärken, statt bestehende Angebote durch weitere Einsparungen zu gefährden.

Olympia-Bewerbung als Chance für den Sportstandort

Hoffnungen verbindet die Allianz mit den Impulsen aus der Kölner Olympia-Bewerbung. Auch wenn Köln im Bewerbungsrennen nicht den gewünschten Erfolg erzielt habe, seien der Rückhalt in der Stadtgesellschaft, das Engagement der Wirtschaft und die Unterstützung durch den organisierten Sport wichtige Erfahrungen gewesen.

Nun müsse sich zeigen, ob daraus konkrete Maßnahmen entstünden. Die Allianz fordert Oberbürgermeister Torsten Burmester und die demokratischen Fraktionen im Stadtrat auf, den politischen Bekenntnissen zum Sport Taten folgen zu lassen. Andernfalls drohe die Gefahr, dass die mit der Olympia-Bewerbung verbundenen Versprechen ohne nachhaltige Wirkung blieben.

Als Beispiel für eine aus ihrer Sicht notwendige Förderung nennt die Allianz das Projekt „Kölle aktiv“. Solche Initiativen könnten dazu beitragen, mehr Menschen für Bewegung zu gewinnen und den Sport stärker im Alltag der Stadt zu verankern.

Sport als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge

Die 2020 gegründete Allianz Kölner Sport vereint rund 20 Kölner Vereine, darunter den 1. FC Köln, die Kölner Haie, Viktoria Köln, Fortuna Köln, die RheinStars Köln, den MTV Köln und DJK Südwest. Hinzu kommen Institutionen aus dem Breiten-, Leistungs-, Profi- und Gesundheitssport.

Nach Angaben der Allianz sind in Köln rund 350.000 Menschen in Sportvereinen organisiert – etwa ein Drittel der Stadtbevölkerung. Für die Organisation ist das ein Argument dafür, die Förderung des Sports nicht allein unter dem Gesichtspunkt kurzfristiger Einsparmöglichkeiten zu betrachten.

Die Forderung nach einer Rücknahme der Kürzungen richtet sich deshalb nicht nur auf die finanzielle Unterstützung einzelner Vereine. Sie berührt auch die Frage, welchen Stellenwert Bewegung, Gesundheitsförderung, Jugendarbeit und gesellschaftliche Teilhabe in der kommunalen Politik erhalten sollen. Ob und in welchem Umfang die geplanten Einsparungen noch verändert werden, wird sich im weiteren Beratungsprozess zum Doppelhaushalt 2027/2028 zeigen.

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